Leiterbahnen aufbügeln
Eleganter als auf Lochrasterplatinen rumzulöten ist sicherlich die Herstellung eigener Platinen, was nicht nur schöner aussieht, sondern auch einfacher zu bestücken ist und bei komplizierteren Schaltungen etwas Platz spart. Der Arbeitsaufwand ist natürlich etwas höher.
Grundsätzlich funktioniert das ganze in zwei Schritten, nämlich 1. die Übertragung eines Platinenlayouts auf eine Kupferplatine und 2. das Ätzen der Platine, so dass die nicht bedruckten Flächen entfernt werden und die Leiterbahnen unter der Druckfarbe bestehen bleiben, da nämlich die Ätzlösung nur das Metall angreift, nicht aber den Toner und somit die bedruckten Bereiche beim Ätzen geschützt sind.
Für Schritt 1 gibt es mehrere Methoden, die beiden gebräuchlichsten sind die Fotomethode und die Bügelmethode. Bei ersterer wird eine lichtempfindliche Schicht auf einer speziellen Photoplatine belichtet und dann in einem Entwicklerbad sichtbar gemacht. Das ist eigentlich die sauberste Methode, da ganz feine Linien und Abgrenzungen fototechnische am besten übertragen werden können. Aber es hat den Nachteil, dass man noch zusätzliche Geräte für die Belichtung und Chemikalien für die Entwicklung braucht.
Ich bevorzuge die Bügelmethode, weil sie einfach und schnell ist und die Qualität in meinen Augen völlig ausreicht. Dabei wird das Layout z.B. mit Laserdrucker (oder Kopierer) seitenverkehrt auf Photopapier gedruckt und dann auf die Kupferschicht der Platine aufgebügelt. Durch die Hitze löst sich der Toner vom Papier und geht auf die Platine über. Deswegen funktioniert das auch nur mit Toner, also Kopierer oder Lasedrdrucker und nicht mit Tintendrucker!!!
Theoretisch ist es egal, auf welches Material man druckt, die Oberfläche sollte möglichst glatt sein. Ich habe es auch schon mit Klarsichtfolie und Backpapier ausprobiert, aber mit Photopapier für Tintendrucker habe ich die besten Ergebnisse erzielt (obwohl am Ende immer etwas Papier kleben bleibt, aber das macht nichts). Aber Achtung: nur das Papier ist für Tintendrucker, bedruckt wird es mit Laser!
Folgendes wird dabei benötigt:
- Bügelbrett und Bügeleisen
- Holzbrett oder andere hitzefeste, harte Unterlage
- Wasserbad (Suppenteller reicht)
- außerdem nützlich: Uhr, Lupe, Pinzette, Küchenpapier
Ich gehe so vor, dass ich zunächst die Platine mit dem Bügeleisen erhitze (Papier dazwischen legen!), so ca. 1 Minute. Dann lege ich vorsichtig das ausgedruckte Layout drauf - aufpassen, dass es nicht verschmiert. Durch die angewärmte Platine klebt es jetzt schon an. Dann bügele ich das Layout nochmal ca. 1 Minute (darf auch etwas mehr sein) auf höchster Stufe.
Jetzt kommt das Wichtigste: damit wirklich der ganze Toner auf die Platine übergeht, muss das Druckerpapier schön fest angedrückt werden, am besten mit einem Lappen oder Küchentuch. Sonst kann es sein, dass man später kleine Lücken hat (die man aber z.B. mit Edding nachbessern kann).
Dann wird das ganze ins Wasserbad geschmissen und einige Minuten (5-10) abkühlen gelassen. Danach löse ich das immer noch an der Platine klebende Photopapier vorsichtig unter fließendem Wasser ab und putze die groben Papierreste mit einer Zahnbürste weg (nicht zu feste aufdrücken, sonst löst sich das Layout auch gleich wieder ab!).
Wenn nach dem Trocknen noch ein etwas Papier auf der Platine klebt, ist das nicht weiter schlimm, da die Ätzlösung das Papier wieder aufweicht und alle Stellen erreicht, die nicht mit Toner bedeckt sind.
Der nächste Schritt ist dann das Freistellen der Leiterbahnen im Ätzbad...








