Millenium True-Bypass
Will man einen Effekt ein- und ausschalten, d.h. den Signalweg entweder durch den Effekt leiten oder dran vorbei, also direkt zum Ausgang ("Bypass"), dann reicht ein Schalter mit einer Schaltebene (1PDT) eigentlich aus. Damit könnte man aber nur entweder den Eingang oder den Ausgang des Effektes vom Signalweg trennen, die Effektschaltung hängt immer noch frei am Signalweg dran (auch wenn sie nicht durchlaufen wird) und kann eine unerwünschte Filterwirkung auf das Signal ausüben.
Soll im ausgeschalteten Zustand das Signal unverändert bleiben, müssen sowohl Effekteingang und -ausgang vom Signalweg getrennt werden ("True-Bypass" oder "Hardware-Bypass"). Dafür wird eine Schaltebene mehr benötigt (2PDT-Schalter). Will man zusätzlich noch eine LED schalten, die den Schaltzustand anzeigt, wird eine dritte Ebene benötigt (3PDT). Siehe mittlere Grafik auf der linken Seite.
3PDT Trittschalter sind aber relativ teuer, vor allem wenn man viele Effekte bauen will. Und darum haben sich ein paar findige Leute den sogenannten "Millenium True Bypass" ausgedacht, der sowohl ein echter Hardware-Bypass ist, als auch die Möglichkeit bietet, eine LED zu bedienen. Und trotzdem wird nur ein 2PDT Schalter benötigt. Es gibt verschiedene Lösungsansätze, aber alle nutzen die Eigenschaften von Transistoren, die unter gewissen Bedingungen den Durchlass sperren und somit wie ein Schalter funktionieren.
Wie das genau funktioniert, hat R.G. Keen beschrieben, ich beschränke mich hier auf die Tatsache, dass es funktioniert. Zwei mögliche Varianten habe ich mal dargestellt (unten links). Auf einer Lochrasterplatine kommt man hierfür mit 4x4 Löchern aus (oben rechts).
Für meine beiden Multieffekte Zerrberus und Blue Bubble habe ich ein Platinenlayout entworfen, auf dem ich vier Milleniums gleichzeitig unterbringen kann (zweite Grafik, rechts). Zusätzlich dient diese Platine noch als zentraler Verteiler für 9V Stromversorgung und Masseanschlüsse. Außerdem ist hier auch noch eine Spannungsfilterung vorgesetzt (R1/C1) und ein Verpolungsschutz durch eine Diode (D1), so dass bei Verwechslung von plus und minus nichts kaputt geht. Die mittleren beiden Grafiken auf der rechten Seite können als Vorlage dafür verwendet werden.





