Gitarren-Projekt SG (Teil 7)

7 Gesamtansicht

Jetzt noch Steg und Saitenhalter einsetzen, Mechaniken anbringen, Gurtpins anschrauben, Bundstäbchen rund feilen und so'n Kleinkram... ach ja, Saiten aufziehen natürlich. Und fertich! Hier haben wir das Prachtstück im Endergebnis:

 

Die Tonabnehmer werden von je einer offenen Kappe geziert, das gibt dem Ganzen einen gewisses nostalgisches Aussehen. Die Kappen sind ebenfalls von Rockinger bzw. Göldo und sind aus verchromten Neusilber, das ist weniger anfällig für Rückkopplungen als das handelsübliche Messing. Dafür auch nicht ganz billig. Anfänglich habe ich geplant, ein schwarzes Schlagbrett zu machen, aber ich denke, erstmal werde ich es so lassen wie es ist. Sieht besser aus, oder?

Fazit

Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit. Die SG sieht gut aus, trägt sich gut, lässt sich gut bespielen und klingt gut. Die Tonabnehmer haben mich wieder einmal mehr davon überzeugt, dass Rockinger die besten Spulen wickelt. Und das Ahornholz rockt!!!

...und noch weitere Impressionen im Detail (zum Anklicken):

Die Zargenbuchse ist versenkt angebracht so dass sie nicht übersteht. Es ist eine Buchse geschlossener Bauweise. Die kosten zwar deutlich mehr als diese einfachen Dinger, aber lassen sich besser durch eine Bohrung seitlich einbauen.

Dadurch dass der Korpus so weit in den Hals hineinragt, konnte ich den Stöpsel für den Gurt auch etwas weiter nach außen verlegen. Das hat den Vorteil, dass die SG-typische Kopflastigkeit etwas vermindert wird. Mit einem ganz glatten Nylongurt rutscht sie immer noch etwas runter, aber wer trägt schon so 'nen Schund?! Mit Ledergurt sitzt sie perfekt.

Die E-Fach Abdeckung habe ich aus einer Hartschaumplatte (PVC) geschnitten und zur Abschirmung von der Unterseite mit Alufolie beklebt. Diese Platten gibt es sehr günstig im Baumarkt als Bastelbedarf. Das Material hat einen leicht matten Glanz und läßt sich gut mit einem Papier- oder Tapeziermesser schneiden. Ich denke, es ist auch eine echte Alternative zu den relativ teuren Pickguard Rohlingen. Eigentlich habe ich es auch dafür gekauft, aber inzwischen lasse ich das Schlagbrett ja weg.

 

Aufgrund der hohen Halsneigung von 4° musste ich den Steg sehr hoch einstellen und die Tonabnehmer sehr weit raus drehen. Das ist zwar alles kein wirkliches Problem, sieht aber etwas gewöhnungsbedürftig aus. Deshalb werde ich beim nächsten Mal (bei der Axt) nur einen Winkel von etwa 2-3° nehmen.

Hier sieht man noch mal das Stück, das ich zwischen Hals und Tonabnehmer eingesetzt habe. Obwohl die Maserung nicht in die gleiche Richtung verläft, passt es sich doch ganz gut ein, finde ich. Bei der originalen Serien-SG befindet sich an dieser Stelle eine kleine Plastikabdeckung, aber ich finde es so eindeutig schöner.

Den Schriftzug auf der Halsstab-Abdeckung habe ich mit einem Edding Lackstift gemacht. Der ist auch eigentlich ganz gut geworden, bloß ich konnte es mal wieder nicht abwarten und habe Saiten aufgezogen, bevor die Schrift ganz getrocknet war. Da ist es etwas verschmiert. Nach dem Trocknen habe ich dann die Schmierstellen mit einer Rasierklinge weggekratzt, aber da ist es jetzt etwas matt geworden, wenn man genau hinsieht. Also immer Geduld bei der Arbeit!!!

Nachtrag

Inzwischen (Januar 2010) habe ich einen Rollensteg eingebaut und die Pickups ausgetauscht: an beiden Positionen sitzt jetzt je einen P90 im Humbuckerformat. Dieser sog. "Domino" ist ursprünglich eine Erfindung von Rockinger und wird jetzt von Duesenberg hergestellt. Klanglich hat die Gitarre dadurch sehr an Wärme gewonnen, was dem recht harten Klang des Ahorns etwas entgegen kommt und so etwas ausgewogener wird. Vor allem der in der Halsposition bringt's! Für Vintage-Fans ein Muss, für Metal-Maniacs eher nicht zu empfehlen (aber die brauchen eh keinen Halspickup!)

Rollensteg und P90
Rollensteg und P90
SG mit zwei P90 "Domino"
SG mit zwei P90 "Domino"