Gitarren-Projekt SG (Teil 3)

3 Jetzt wird die Gitarre gelöchert...

3.1 Ausfräsungen

An dieser Stelle kommen jede Menge große und kleine Löcher in den Korpus, damit so Dinge wie der Hals, die Tonabnehmer und die ganzen Elektro-Teile auch irgendwo rein passen.
Zunächst mal will ich, dass Korpus und Hals zusammen passen, damit die sich bald für ewig verbinden können. Der Hals bei Gibson-artigen Gitarren ist üblicherweise etwas schräg angebracht, weil der Steg nämlich ziemlich hoch ist und sonst wäre die Saitenlage viel zu hoch. Ich habe mich für einen Winkel von 4° entschieden, weil ich das irgendwo gelesen habe... Auf diese irrsinnige Idee komme ich später nochmal zurück, allen Nachahmern sei aber jetzt schon mal gesagt: Nehmt weniger!

Ich habe mir eine Schablone gemacht, und auf der Unterseite mit Holzstücken versehen, damit sie um den gewünschten Winkel schief steht. (Dabei ist es hilfreich, wenn man sich dran erinnern kann, wie das mit dem Sinus und dem Cosinus war...) Das Vorderteil am Korpus habe ich dann mit der Fräse um eben jenen errechneten Winkel abgeschrägt.

 

 

Mit einer weitere Schablone habe ich dann die Ausfräsung für den Halsfuß gemacht. Da die Fräsköpfe schnell stumpf werden, ist es besser, vorher mit Forstnerbohrern (gibt's billig in jedem Baumarkt) reichlich Holz wegzunehmen. Gleiches gilt für die Vertiefungen, wo später mal die Tonabnehmer rein sollen.

 

 

Auf der Rückseite der Gitarre kommt das E-Fach hin, das muss natürlich auch ausgefräst werden. Ich habe mir dafür zwei Schablonen gemacht, eine für die tatsächliche Vertiefung und eine für den oberen Rand, damit der Deckel etwas versenkt drauf kommt.

 

 
3.2 Bohrungen

Jetzt geht's dem Ding auch noch mit dem Bohrer an den Kragen. Damit die Klinkenbuchse in der Zarge versenkt werden kann, habe ich nicht nur ein Loch vom Durchmesser des Gewindes gebohrt, sondern auch noch eine kurze Vertiefung vom Außendurchmesser der Buchse gefräst. Wichtig sind auch die Löcher, durch die mal irgendwelche Kabel gelegt werden sollen, da muss man natürlich jetzt schon dran denken. Ich habe lieber ein paar zu viel gemacht... Die schräge Bohrung vom Halspickup zum E-Fach erfordert neben einem mindestens 20cm langen Bohrer nicht nur außergewöhnliche Fähigkeiten in der Winkelberechnung, sondern auch noch starke Nerven!!! Wie schnell kann man sich dabei die ganze Rückseite vermurksen!

 

Die Löcher für den Steg gehören eigentlich noch gar nicht hier her, weil ich die erst gemacht habe, als der Hals schon angeleimt war, aber thematisch passt es schon, also bitte! Beim Vorbohren der Löcher für die Pickup-Rähmchen bin ich einmal abgerutscht und habe dann die Stelle mit einem Holzdübel geflickt. Man sieht deutlich, dass der sich farblich so gar nicht anpassen will, aber er wird ja später von dem Rahmen überdeckt, also stört es nicht.