Zerrberus Multieffekt

Zerrberus oben
Zerrberus innen
Zerrberus Buchsen
Zerrberus Prinzip

Hintergedanke war, ein Multieffektgerät zu bauen, das die besten Verzerrer in Reihe hat, ohne dass man alles umständlich verkabeln muss.

Nun gut, die Idee ist eins, aber ich hätte die Zerrer vorher vielleicht mal einzeln ausprobieren sollen... Jedenfalls habe ich - das nur vorweg - diese Kiste inzwischen wieder auseinander gerupft und teils in einzelne Treter umgewandelt, teils im Zwischenlager verschwinden lassen, um mich später mal intensiver drum zu kümmern.

Wie auch immer, hier geht es um den "Zerrberus". Benannt nach dem 4-köpfigen Höllenhund aus der griechischen Mythologie (Zerberus, oder auch Cerberus). Hier ist es also der 4-köpfige Höllenzerrer.

Gehäuse

Ich habe ein Gehäuse vom Typ Hammond 1444-14 verwendet, weil das breit genug ist um 4 Fußschalter nebeneinander anzuordnen, ohne dass man immer auf 2 gleichzeitig drauf latscht. Lackiert habe ich es mit Hammerite Hammerschlag Lack in Silber (Sprühdose). Ursprünglich hatte ich noch einen Rest Hammerite Bronze auf der rechten Seite drauf, der einen wunderschönen Farbverlauf mit dem Silber hatte, aber beim Überlackieren mit Nitro-Klarlack ist der ganze Lack leider in Wellen aufgegangen und alles war zum Teufel.
Im zweiten Versuch habe ich dann meinen Geiz überwunden und Hammerite Klarlack gekauft, der verträgt sich wenigstens mit dem Silber. Bronze war dann leider alle, deswegen jetzt einfarbig.

Die Beschriftung habe ich mit Laserdrucker auf Klebefolie ausgedruckt. Bei dieser Größe muss man beim Aufkleben höllisch aufpassen, dass sich keine Luftblasen bilden. Am besten fängt man in einer Ecke an und rollt die Folie diagonal ab. Dabei immer mit einem Tuch die Blasen zum Rand hin rausdrücken.

Die Löcher für Regler, Schalter und Buchsen habe ich nach dem Aufkleben gebohrt, so konnte ich die Klebefolie gleich als Bohrschablone benutzen.

 

Die vier Effekte

Die Effektgeräte sind alle in Reihe geschaltet, jeweils mit einem Fußschalter versehen, der mittels Millenium-Bypass den Effekt und die Status-LED schaltet. Zwischen den letzten beiden ist eine Effektschleife eingebaut, um noch weitere Effekte nach die Zerrer und vor den Booster zu schalten. Es handelt sich um folgende Abwandlungen (in der Reihenfolge, wie sie geschaltet sind, von rechts nach links):

Golden Goose

Dieser Effekt ist in Bastlerkreisen unter "MayQueen" bekannt und soll einen Distortion Sound à la Brian May produzieren. Man kann lediglich die Lautstärke regeln, der Verzerrungsgrad ist standardmäßig voll auf. Deswegen finde ich, dass es eher als Metal-Distortion taugt und nicht so sehr nach Brian May klingt, aber mit etwas Phantasie kommt es in die Nähe. Ich habe den optionalen Kondensator am Ende der Schaltung mit einem Schalter versehen, so kann man von höhenreich auf mumpfig-mittig umschalten. Mehr Infos zur MayQueen unter www.runoffgroove.com.

Brown Box

Dabei handelt es sich um den BSIAB2 ("Brown Sound In A Box"), der einen voll aufgedrehten Marshall "Plexi" (ohne Master-Volumen) emulieren soll. Das klingt erstaunlich authentisch und fett. Von diesem Treter war ich so begeistert, dass ich ihn als ersten wieder aus dem Zerrberus ausgebaut und in ein eigenes Gehäuse verfrachtet habe. Mit einem zusätzlichen umschaltbaren Volumenpoti habe ich sogar noch sowas wie einen Solokanal dazu gebaut. Mehr Infos dazu unter www.generalguitargadgets.com.

Grey God

Der gute alte "DOD 250" in der grauen Version. Diesen kannte ich ja schon ansatzweise von meinem Yellow Yeller, der eine leichte Abwandlung dieses Pedals darstellt ("Malmsteen-Mod"). Dieser hier hat etwas weniger Zerre und klingt wärmer als der Malmsteen-Treter, aber nicht ganz so bissig. Den werde ich sicher noch mal weiter verarbeiten - irgendwann. Schaltpläne und Bauanleitungen für den DOD 250 gibt es reichlich im Netz, ich habe meinen von www.tonepad.com.

Ruby Ranger

Der legendäre "Dallas Rangemaster", den Größen wie Richie Blackmore und andere zu ihrer Standardausrüstung zählten. Ich habe ihn zusammen mit dem Grey God auf einer gemeinsamen Platine untergebracht. Von diesem Booster habe ich mir viel versprochen, war aber ziemlich enttäuscht, weil die Reserve gar nicht so groß ist, wie ich dachte. Mein linearer Blue Booster macht da jedenfalls mehr Krach. Die Umschaltung der Eingangskondensatoren finde ich auch eher mittelmäßig, die Unterschiede sind einfach zu gering. Ich denke, ich werde irgendwann mal versuchen, größere Kondensatorwerte auszuprobieren, dann klingt es vielleicht etwas fetter. Siehe z.B. auch www.tonepad.com.

Hier noch ein paar Fotos von den Platinen:

 

MayQueen
MayQueen unten
BSIAB 2
BSIAB 2 unten
DOD 250 / Rangemaster
DOD / RM unten